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07.11.2022-16.11.2022

13.06.2022: Praxis-Fortbildung Invasive Neobiota (NEU)


27 Gemeinde-Vertreter*innen aus 15 Gemeinden der Netzwerk Natur Region nahmen Ende Mai an der Praxis-Fortbildung des Landschaftspflegevereins Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken (LPV) rund um das Thema invasive Neobiota in Tattendorf teil. Neobiota-Experte der Stadt Wien, Alexander Mrkvicka und LPV-Ökologin Irene Drozdowski brachten den Teilnehmer*innen die Problematik dieser Arten anhand von Beispielen näher. Im Anschluss konnten die Teilnehmer*innen selbst die Bekämpfung von Götterbäumen in der Praxis erproben.


Gemeindeübergreifende Zusammenarbeit als Schlüssel


Invasive Neobiota - nicht heimische Tier-, Pflanzen- und Pilz-Arten, die sich bei uns stark ausbreiten und ökologische, wirtschaftliche und/oder gesundheitliche Schäden verursachen wie Götterbaum, Staudenknöterich, Blauglockenbaum, Ragweed und Asiatische Tigermücke - kennen keine Gemeindegrenzen. Eine Bekämpfung ist daher nur gemeindeübergreifend sinnvoll. Aus diesem Grund organisierten die Expert*innen des Landschaftspflegevereins eine Praxis-Fortbildung für Gemeinde-, Wirtschaftshof- und Bauhofmitarbeiter*innen. Zunächst ging es darum, den Teilnehmer*innen die Problematik der Arten näher zu bringen. Anhand von Anschauungsbeispielen wurden invasive Pflanzen wie Kermesbeere, Staudenknöterich, Götterbaum und Goldrute hergezeigt, um die künftige Bestimmung zu erleichtern. Auch die Ausbreitungswege wie Einschleppung durch Erdmaterial und Entsorgung von Biomüll in der Landschaft sowie Möglichkeiten zur Bekämpfung der einzelnen Arten wurden besprochen und Erfahrungen aus den einzelnen Gemeinden diskutiert.


Invasive Neobiota in der Region einfach melden

Mit Hilfe der App iNaturalist können Gemeinde-Mitarbeiter*innen sowie Bürger*innen für ihre Gemeinde Funde invasiver Neobiota dokumentieren. Dabei entsteht durch die automatische Einspielung der Fundmeldungen in das vom LPV erstellten Projektes „Neobiota Netzwerk Natur Region Thermenlinie - Wiener Becken“ ein besseres Bild der Verbreitung und damit die Möglichkeit für Gemeinde-Kooperationen, um die Arten gemeinsam einzudämmen und ihre weitere Verbreitung zu verhindern. Besonders interessant sind dabei auch Arten wie die Asiatische Tigermücke, die sich in stehendem Wasser in Topfuntersetzern und Vogeltränken vermehren (nicht in Gartenteichen) und tropische Krankheiten wie Dengue und Westnil-Fieber übertragen können.


Praxis-Teil kam besonders gut an


Anschließend ging es an die Praxis: der Götterbaum ist aufgrund seiner Stockausschläge und dem starken Austrieb von Wurzelausläufern schwer zu bekämpfen. Er sprengt Betonfundamente und überwächst rasch wertvolle Naturflächen, Weingärten und Hausgärten. Einfaches Umschneiden der Bäume ohne weitere Behandlung führt zu starkem Neuaustrieb. Seit einiger Zeit gibt es das Präparat AILANTEX, das im Rahmen eines langjährigen Forschungsprojektes der Universität für Bodenkultur entwickelt wurde. Es enthält einen heimischen Welkepilz, der die Götterbäume – und nur diese - innerhalb von 1-2 Jahren erfolgreich und unkompliziert zum Absterben bringt. Zahlreiche Götterbäume in der Gemeindeschottergrube in Tattendorf wurden im Rahmen der Fortbildung mit dem Präparat beimpft. Dabei durfte jede/r der Teilnehmer*innen selbst die Methode an 5 Bäumen ausprobieren.
Die Praktikant*innen des LPV legten unterdessen die Wurzelausläufer eines Staudenknöterich-Horstes frei, um den Teilnehmer*innen zu demonstrieren, dass auch kleine Staudenknöterich-Horste bereits massive unterirdische Ausläufer haben. Zur Bekämpfung eignet sich eine Abdeckung des Bestandes mit sehr dicker, schwarzer Teichfolie. Durch die darunter entstehende Hitze werden die Wurzeln innerhalb einiger Jahre zum Absterben gebracht. Für größere Bestände hat sich Dauer-Beweidung mit Ziegen und Schafen als erfolgreich erwiesen.
Bei der anschließenden Befragung mittels Fragebogen kündigten alle Gemeinde-, Bauhof- und Wirtschaftshof-Mitarbeiter*innen bereits an, das Gelernte zukünftig in der eigenen Gemeinde in die Praxis umsetzen zu wollen.


Jedes Jahr ein anderes Thema

Die Praxis-Fortbildung fand im Rahmen des diesjährigen Netzwerk Natur Region-Schwerpunkts "Invasive Neobiota" statt. Dabei bearbeitet der Landschaftspflegeverein mit den mittlerweile 25 Netzwerk Natur Region-Gemeinden jedes Jahr ein anderes Thema. Als Einstieg findet ein Gemeindegipfel mit Bürgermeister*innen, Vizebürgermeister*innen und Gemeinderät*innen zum Thema statt. Der zweite Teil besteht aus einer Praxis-Fortbildung um ganz konkrete Inhalte an die Leute der Praxis (Gemeinde-, Wirtschaftshof- und Bauhofmitarbeiter*innen) zu vermitteln.


Fotocredit(s): LPV S. Girsch u. J. Fischer
Text: Landschaftspflegeverein

zuletzt aktualisiert: 13.06.2022 07:40:56 
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Beachten Sie den/die folgenden Links:

https://landschaftspflegeverein.at/berichte/2022-praxis-fortbildung-invasive-neobiota-fur-netzwerk-natur-region-gemeinden/
https://landschaftspflegeverein.at/

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